Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2025 zu geben.
Seit 20 Jahren sind wir mit viel Freude für unsere Projekte engagiert. Unbeirrt durch zwischendurch auftauchende Schwie-rigkeiten sind wir drangeblieben und haben unsere Projekte weitergeführt. Auch der Militärputsch im Juli 2023 und die damit zusammenhängenden Erschwernisse für unsere Arbeit können unseren Durchhaltewillen nicht brechen. Die Zeichen der geopolitischen Entwicklungen in der Sahelregion sind zwar alles andere als rosig, doch das Wissen, dass die Leute vor Ort nicht für die aktuelle Situation verantwortlich sind und ihre Lage ohne unsere Arbeit nur noch schlimmer würde, ist uns Motivation genug, weiterzumachen. Die Welt scheint gerade ziemlich in Schieflage geraten zu sein. Doch wir vertrauen darauf, dass Frieden & Menschlichkeit eines Tages wieder die Oberhand gewinnen werden. Dazu möchten wir mit unserer Arbeit einen kleinen Beitrag leisten.
” Keiner erwartet von dir, dass du die ganze Wüste vor dem Verdursten rettest.
Deine Aufgabe ist es, dieser einen Blume das Leben zu erhalten.”
(Tschad)
Seit dem Putsch im Juli 2023 ist im Niger eine Militärjunta an der Macht. Diese hat im Februar 2025 einen politischen Über-gangsprozess eingeleitet und eine neue Nationalversammlung eingesetzt. Der Putsch-General Tiani wurde dabei mit einer Amtszeit von mindestens fünf Jahren zum Präsidenten ausgerufen – in Anbetracht der seit dem Putsch schwierigen Lage im Land eine sehr lange Zeit.
Die Menschen in Niger haben sich in die neue Situation geschickt, es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. Die nigrische Bevölkerung leidet enorm unter der serbelnden Wirtschaft. Die Preise für Lebensmittel, für Dinge des täglichen Bedarfs und auch für Baumaterial sind um ein Zwei- bis Dreifaches gestiegen. Die Sicherheitslage ist inzwischen in allen Regionen des Landes katastrophal. Auch in bisher ruhigen Regionen wie Taderass mehren sich Überfälle und Plünderungen in den Dör-fern. Die Führungsschwäche und mangelnde Vernetzung der Regierung mit westlichen Staaten spielen den Islamisten in die Hände, welche sich schon seit Längerem in den Nachbarländern Mali, Burkina Faso, Nigeria und Tschad installiert ha-ben. Alle diese Länder haben sich von Europa ab- und China sowie Russland zugewandt.
Die Militärregierung Nigers lehnt nicht nur die militärische Unterstützung Europas und Amerikas ab, sondern hat inzwischen auch die meisten westlichen Hilfsorganisationen aus dem Land verbannt. Die humanitäre Unterstützung von Frankreich, Deutschland und den USA wurde bereits 2024 eingestellt. Zunehmend werden nun auch weitere europäische Organisatio-nen bei ihrer Arbeit behindert – sehr zum Leidwesen der eh schon an Hunger leidenden Bevölkerung. Glücklich können sich diejenigen schätzen, die noch Arbeit haben und deren Lohn regelmässig bezahlt wird. Dazu gehören auch die Mitarbeiter von TADERASS.
Wie sich die Lage in der Sahelzone geopolitisch weiterentwickeln wird, bleibt ungewiss. Die Anzeichen für ein Ausbreiten und Festsetzen der Islamisten im Sahel mehren sich.
Unsere Projekte im Landesinneren, über 1‘000 km vom Machtzentrum Niamey und 160km von Agadez entfernt, laufen zum Glück trotz der aktuellen Herausforderungen weiter. Unsere Arbeit wird von den neuen Machthabern bisher nicht behindert. Wir vom Vorstand sind deshalb überzeugt, dass es richtig ist, unsere Projekte im gewohnten Rahmen weiterzu-führen und damit diejenigen Menschen zu unterstützen, die es in dieser schwierigen Situation am dringendsten brauchen.
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im letzten Jahr wurden wir von unseren rund 150 Spender/-innen wiederum grosszügig unterstützt. Insgesamt gingen rund Fr. 7‘400 mehr Spendengelder ein, nicht zuletzt „dank“ Trauerspenden im Zusammenhang mit drei Beerdigungen aus unserem Verwandten- und Bekanntenkreis. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind ebenfalls Fr. 500 höher ausgefallen als im 2024. Durch die massive Verteuerung von Baumaterialien, Diesel und Medikamenten seit dem Putsch, sind die Kosten für die Projekte im 2025 nochmals deutlich gestiegen. Wir mussten Rückstellungen von Fr. 11‘500 auflösen, um eine ausgeglichene Jahresrechnung präsentieren zu können.
Erfolgsrechnung 2025 im Vergleich:
2025
2024
2023
Total Ertrag
Fr.
54’964.78
47’078.95
53’605.47
Total Aufwand
Fr.
-65‘991.85
-57‘378.85
-63‘906.56
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
11‘500.00
11‘000.00
12‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
472.93
700.10
1‘698.91
Mitglieder
Der Mitgliederbestand betrug Ende 2025 insgesamt 73 Mitglieder und Gönner (+2).
Realisierte Projekte 2025
Da ein Besuch der Projekte vor Ort aus Sicherheitsgründen seit dem Putsch nicht mehr möglich ist, stehe ich per Internet, WhatsApp und Telefon im regen Kontakt mit unseren Verantwortlichen vor Ort. Durch Fotos werde ich regelmässig über den Stand der Projekte informiert. Aufgrund dessen, was ich höre, lese und sehe, bin ich sehr zufrieden. Unsere Leute vor Ort leisten sehr gute Arbeit und sind ihrerseits bemüht, immer wieder gute und tragfähige Lösungen zu finden. Wir danken an dieser Stelle unseren motivierten Mitarbeitern vor Ort, die unser Vertrauen wirklich verdienen!
Grundschule TOUMBALAGA (CHF 4’590)
Auch 2025 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 45 Kinder. Das Lehrerpaar erhält grosse Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist.
Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2025/2026 zugesagt, wollen aber weiterhin nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen.
Brunnensanierungen (CHF 20’865)
Brunnen: ABAKA Bauzeit: Jan – Feb 2025 Kosten: 5‘205 CHF (3’470’0000 F CFA)
Brunnen: TCHINABRO II Bauzeit: März – April 2025 Kosten: 4‘755 CHF (3‘170’000 F CFA)
Brunnen: OUKOULANE Bauzeit: Juni – Juli 2025 Kosten: 5‘505 CHF (3‘670’000 F CFA)
Brunnen: GODALA Bauzeit: Aug – Sept 2025 Kosten: 5‘400 CHF (3‘600’000 F CFA)
Ausbildungsstipendium (CHF 608)
Seit 2024 übernehmen wir das Ausbildungsstipendium für Tannaher Kamma. Tanna macht an der Ecole Nationale de la Santé Publique ENSP in Agadez eine 3-jährige Ausbildung zur Krankenpflegerin, wie dies schon ihr Vater KAMMA (Leiter unseres Ambulatoriums) vor ihr getan hat. TADERASS übernimmt die Kosten für Schul- und Bibliothekgebühren, medizinisches Material für die Praktika, Schuluniform und Schulbücher. Für die kleineren Kosten wie Hefte, Kopien etc. kommen ihre Eltern selber auf.
Mobiles Ambulatorium (CHF 19’858)
Im Mrz/April, im Juli/Aug und im Nov/Dez waren wir wieder unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Neben Verbrennungen und Ausschlägen bei Kindern, Hautausschlägen und Blutarmut bei Schwangeren sind saisonbedingt auch Atemwegserkrankungen und Malaria sehr häufig. Zu schaffen machte unserer Crew nach wie vor die bereits im Herbst 2024 ausgebrochene Diphterie-Epidemie, welche viele Menschenleben kostete. Wir sind nach wie vor das einzige, derartige Gesundheitsprojekt in der Region und es kommen vermehrt auch Nomaden aus weiter weg gelegenen Campements an unsere Standorte. Die Dauer unserer Einsätze betragen inzwischen 5 Wochen, in welchen wir verschiedene Standorte aufsuchen.
Darmfistel-Operationen (CHF 11’610)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir im Jahr 2025 insgesamt 15 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung „en brousse“, sind für uns unvorstellbar. Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir den Frauen ein neues, würdevolles Leben. Ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die gute Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen ist ein Garant für die erfolgreiche Abwicklung dieses Projektes.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekte ADERBISSINAT und TCHIN AGAROUF PEUL
Die Tuareg-Frauen in Aderbissinat produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt.
Die zwei Peul-Frauengruppen in Tchin-Agarouf Peul produzieren ebenfalls Bastmatten und Haushaltsgegenstände und betreiben eine kleine Boutique mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs für die umliegenden Nomaden.
Der Verkauf lief bei allen 3 Kooperativen auch im 2025 weiterhin harzig, weil die Menschen seit dem Putsch noch ärmer geworden sind und ihr Geld hauptsächlich für Nahrungsmittel ausgeben müssen. Weiterhin ist Niger von einer akuten Hungersnot bedroht.
Diverse Nothilfe (CHF 891)
Wir haben allen Mitarbeitern von TADERASS sowie den drei Frauenkooperativen zum Ramadanfest ein Lebensmittelpaket verteilt. Dadurch zeigen wir, dass wir ihren Einsatz wertschätzen und Verständnis für ihre schwierige Situation haben.
Ebenso haben wir uns an den Untersuchungs- und Heilungskosten von Kamma und Akoli beteiligt, zwei unserer Mitarbeiter fürs Ambulatorium. Sie hatten unverschuldet einen schweren Autounfall. Zum Glück sind beide inzwischen genesen und tragen keine schlimmen gesundheitlichen Schäden davon.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2024 zu geben.
Seit 20 Jahren sind wir mit viel Freude für unsere Projekte engagiert. TADERASS feiert dieses Jahr also das 20-Jahre-Jubiläum (Gründungsdatum des Vereins am 5. Juli 2005) und wir dürfen auf bewegte 20 Jahre zurückblicken. Allen Schwie-rigkeiten zum Trotz, die in den letzten Jahren immer mal wieder aufgetaucht sind, sind wir dran geblieben und wir haben unsere Projekte unbeirrlich weiter geführt. Weder der Putsch von 2010 und die darauf folgende, unsichere Lage von 2010 bis 2014, der Zusammenbruch Libyens 2011 und die seit 2012 erstarkenden Islamisten in den Nachbarländern Mali / Bur-kina Faso / Nigeria, die Corona-Epidemie 2020 bis 2022, noch der Militärputsch im Juli 2023 konnte unseren Durchhaltewil-len brechen. So soll es auch weiterhin bleiben – Inchallah! Die Zeichen der geopolitischen Entwicklungen in der Sahelregion sind im Moment zwar alles andere als rosig und sie verlangen uns einiges an „Gottvertrauen“ ab. Doch das Wissen, dass die einfachen Leute vor Ort nichts für die aktuelle Situation können und ihre Situation ohne unsere Arbeit nur noch schlim-mer würde, nährt unsere Motivation, weiter zu machen. Auch wenn es wohl noch einige Jahre nicht möglich sein wird, wieder selber in den Niger zu reisen. Die Welt (nicht nur die Sahelregion) scheint gerade ziemlich in Schieflage geraten zu sein, doch wir vertrauen darauf, dass das Pendel irgendwann wieder in die andere Richtung ausschlagen wird und Frieden & Menschlichkeit wieder die Oberhand gewinnen werden. Dazu möchten wir mit unserer Arbeit einen kleinen Beitrag leisten.
” Was du auf dem Feld deines Lebens anbaust, ist wichtiger als die Größe des Feldes.” (Tschad)
Seit dem Militärputsch im Niger vom Juli 2023 hat sich für die Menschen im Niger das Alltagsleben wieder eingependelt. Die Wirtschaft innerhalb Nigers leidet jedoch enorm, weil die Handelsbeziehungen mit den afrikanischen ECOWAS-Staaten und auch Europa stark zurückgegangen sind. Die Preise für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs haben sich verdreifacht. In den staatlichen Schulen fällt der Unterricht wegen Lehrerstreiks regelmässig aus, weil die Löhne von der Regierung nicht bezahlt werden. Vor allem der Bevölkerung in den städtischen Siedlungen geht es schlecht und es gibt kaum mehr Verdienstmöglichkeiten. Als Folge davon hat die Kleinkriminalität im ganzen Land stark zugenommen. Verschärft wird die Situation durch die wieder zahlreich und unkontrolliert ins Land strömenden Migranten aus dem südlichen Afrika.
Glücklich können sich diejenigen schätzen, die einen Job haben und deren Lohn regelmässig bezahlt wird. Dazu gehören auch die Mitarbeiter von TADERASS. Der grossen Mehrheit aber bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der Situation zu arrangieren und auf bessere Zeiten zu hoffen. Denn die humanitäre Unterstützung von Frankreich, Deutschland und den USA wurde 2024 eingestellt. Und unter der Auflösung von USAID leiden nun auch Hilfswerke wie z.B. das HEKS, welches nach wie vor noch im Süden und Süd-Westen Nigers tätig ist.
Wie sich die Lage in der Sahelzone geopolitisch weiterentwickeln wird bleibt ungewiss. Die Militärregierungen von Niger, Mali und Burkina Faso haben sich von den Westafrikanischen Staaten (ECOWAS), von Europa (Frankreich, Deutschland) und den USA abgewandt und sich Russland angenähert. Die Anzeichen für ein Ausbreiten der Islamisten aus Mali, Burkina Faso und Nigeria mehren sich. Auch der Nachbarstaat Tschad wackelt, im Januar 2025 konnte ein Militärputsch nur knapp verhindert werden.
Unsere Projekte im Landesinneren, über 1‘000 km vom Machtzentrum Niamey entfernt, laufen zum Glück beinahe wie gewohnt weiter. Unsere Arbeit wird von den Militärs bis dato nicht behindert. Mit unseren Leuten vor Ort stehe ich in re-gelmässigem Kontakt via Telefon und WhatsApp. Fast häufiger als früher, weil es wichtig ist sie spüren zu lassen, dass wir sie nicht vergessen. Mit unseren Projekten geben wir denjenigen Menschen Hoffnung, die es in dieser schwierigen Situati-on am dringendsten brauchen!
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im vergangenen Jahr wurden wir von unseren rund 150 Spender/-innen wiederum grosszügig unterstützt. Insgesamt gingen jedoch Fr. 6‘200 weniger Spendengelder ein. Dies ist auch auf das zunehmend hohe Alter und Ableben verschiede-ner treuer Spender/-innen zurückzuführen. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind Fr. 300 tiefer ausgefallen als im 2023. Durch die massive Verteuerung von Baumaterialien, Diesel und Medikamenten seit dem Putsch, sind die Kosten für die Projekte auch im 2024 nochmals deutlich gestiegen. Wir mussten insgesamt Rückstellungen von Fr. 11‘000 auflösen, um eine ausgeglichene Jahresrechnung präsentieren zu können.
Erfolgsrechnung 2024 im Vergleich:
2024
2023
2022
Total Ertrag
Fr.
47’078.95
53’605.47
64’852.61
Total Aufwand
Fr.
-57‘378.85
-63‘906.56
-50‘790.30
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
11‘000.00
12‘000.00
-12‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
700.10
1‘698.91
2‘062.31
Mitglieder
Der Mitgliederbestand betrug Ende 2024 insgesamt 71 Mitglieder und Gönner (- 4).
Grundschule TOUMBALAGA (CHF 4’232)
Auch 2024 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 45 Kinder. Das Lehrerehepaar erhält grosse Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist.
Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2024/2025 zugesagt. Wir wollen aber weiterhin nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen.
Brunnensanierungen (CHF 16’232)
Brunnen: TARISSAT
Bauzeit: Feb – März 2024
Kosten: 5‘055 CHF (3’370’0000 F CFA)
Brunnen: TOUGBALANA
Bauzeit: Juni – Juli 2024
Kosten: 5‘072 CHF (3‘170’000 F CFA)
Brunnen: SAMBO
Bauzeit: Sept – Okt 2024
Kosten: 5‘355 CHF (3‘570’000 F CFA)
Mobiles Ambulatorium (CHF 19’404)
2024 waren wir im März/April, im Juli/August und im November/Dezember unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Neben Verbrennungen und Ausschlägen bei Kindern, Hautausschlägen und Blutarmut bei Schwangeren sind saisonbedingt auch Atemwegserkrankungen und Malaria sehr häufig. Zu schaffen machte unserer Crew im Herbst 2024 auch eine Diphtherie-Epidemie, welche viele Menschenleben kostete.
Wir sind nach wie vor das einzige, so geartete Gesundheitsprojekt in der Region und es kommen vermehrt auch Nomaden aus weiter weg gelegenen Campements an unsere Standorte. Die Dauer unserer Einsätze beträgt jeweils 4 bis 5 Wochen, in welchen wir verschiedene Standorte aufsuchen. Neben den gestiegenen Diesel- und Medikamentenpreisen ist dies der Hauptgrund für die weiter angestiegenen Kosten.
Darmfistel-Operationen (CHF 9’548)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir im Jahr 2024 insgesamt 12 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung „en brousse“, sind für uns unvorstellbar.
Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir den Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich gut bewährt.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekte ADERBISSINAT und TCHIN AGAROUF PEUL
Die 10 Tuareg-Frauen in Aderbissinat produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt.
Die zwei Peul-Frauengruppen in Tchin-Agarouf Peul produzieren ebenfalls Bastmatten und Haushaltsgegenstände und betreiben eine kleine Boutique mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs für die umliegenden Nomaden.
Der Verkauf lief bei allen drei Kooperativen auch im Jahr 2024 weiterhin harzig, weil die Menschen seit dem Putsch noch ärmer geworden sind und ihr Geld hauptsächlich für Nahrungsmittel ausgeben müssen. Weiterhin ist Niger von einer akuten Hungersnot bedroht.
Wir haben den Frauenkooperativen sowie Mitarbeitenden von TADERASS zum Ramadanfest im April 2024 Reissäcke verteilt, um ihnen zu zeigen, dass wir ihren Einsatz wertschätzen und Verständnis für ihre schwierige Situation haben.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2023 zu geben. Wir sind auch nach 19 Jahren mit viel Freude und grossem Engagement für unsere Projekte engagiert!
Seit dem Militärputsch Ende Juli ist im Niger nichts mehr so, wie es war. Die ECOWAS-Staaten haben den Putsch verurteilt und Sanktionen beschlossen. Seither sind die Grenzen zu den Nachbarländern offiziell geschlossen und der Handel dadurch stark eingeschränkt. Auch die UNO-Staaten haben sich den Sanktionen angeschlossen, viele Gelder der europäischen Entwicklungszusammenarbeit fliessen seither nicht mehr.
In den letzten 10 Jahren war Niger einer der stärksten Verbündeten des Westens in der Sahelregion im Kampf gegen die sich ausbreitenden Islamisten. Französisches, deutsches und amerikanisches Militär war permanent in Niger stationiert und haben das Land im Kampf gegen das Vordringen der Islamisten aus den Nachbarländern unterstützt. Auch die EU und die Schweiz hatten enge diplomatische Beziehungen zur nigrischen Regierung gepflegt im Kampf gegen die Migrantenströme aus Schwarzafrika zur Mittelmeerküste. Doch seit den Wirtschaftssanktionen der ECOWAS und der EU sind die diplomatischen Beziehungen schwieriger geworden. Ende 2023 hat die selbsternannte Militärregierung zwei zentrale Abkommen mit der EU gekündigt und die Zusammenarbeit im Rahmen der zivilen Beratungsmission (EUCAP) und der militärischen Ausbildungsmission (EUMPM) für beendet erklärt. Die Soldaten und das diplomatische Corps der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich mussten das Land Ende 2023 verlassen. Deutschland und die Amerikaner sind vorläufig noch im Land verblieben und versuchen das Territorium inmitten der zunehmend von Islamistengruppen unterwanderten Sahelregion zu halten. Deutschlands Verteidigungsminister hat bei einem Staatsbesuch Anfang Januar offiziell sein Interesse deklariert, den militärischen Stützpunkt in der Hauptstadt Niamey zu halten. Deutschland und die USA möchten mit den neuen Machthabern in Niamey auf jeden Fall im Gespräch bleiben, nicht zuletzt deshalb, um das letzte vom Westen dominierte Terrain in der Sahelregion nicht ganz den Chinesen und Russen zu überlassen. Denn beide Grossmächte buhlen darum, den Platz der europäischen Partner einzunehmen. Während China bereits seit 10 Jahren in Infrastrukturprojekte in Niger investiert, versucht Russland seit Beginn des Ukrainekriegs seine Beziehungen zu Afrika auszubauen. Offiziell gilt Russland bereits in Nigers Nachbarn Mali und Burkina Faso als enger Verbündeter. In beiden Staaten ist das Militär seit einem Putsch vor wenigen Jahren an der Macht. Russland verspricht seinen afrikanischen Partnern in der Sahelregion zwar militärische Unterstützung gegen die Islamisten, im Hintergrund spielen aber v.a. wirtschaftliche Interessen an den Bodenschätzen eine wichtige Rolle (seltene Erden, Öl, Uran für die Atomenergie, Gold etc.).
Inzwischen ist auch in Niger selbst nichts mehr so wie es war. Die Militärregierung hat fast alle demokratisch gewählten Funktionsträger ausgetauscht. Die Städte und Dörfer werden nun von den Militärs regiert und kontrolliert. Die Wirtschaft leidet unter dem Embargo, die Preise für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs haben sich verdoppelt und der nigrischen Bevölkerung geht es sehr schlecht. Glücklich können sich diejenigen schätzen, die einen Job haben und deren Lohn regelmässig bezahlt wird. Der grossen Mehrheit aber bleibt nichts anderes übrig, als sich mit den neuen Machthabern zu arrangieren – und auf bessere Zeiten zu hoffen…
Unsere Projekte im Landesinneren, über 1‘000 km vom Machtzentrum Niamey entfernt, laufen seit September zum Glück beinahe wieder wie gewohnt weiter. Unsere Arbeit wird von den neuen Verantwortlichen bis dato nicht behindert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Bankenembargo) können wir auch das Geld für die Projekte wieder in den Niger schicken. Mit unseren Leuten vor Ort stehe ich in regelmässigem telefonischen Kontakt. Fast häufiger als früher, weil es wichtig ist sie spüren zu lassen, dass wir sie nicht vergessen. Zum Glück hat sich die Kommunikation und der Bilderaustausch dank Handyempfang und Internet in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auch wenn es wohl noch einige Jahre nicht möglich sein wird selber in den Niger zu reisen, haben wir im Vorstand beschlossen, unsere Projekte im gewohnten Umfang weiterzuführen. Damit geben wir denjenigen Menschen Hoffnung, die es in dieser schwierigen Situation am dringendsten brauchen. Wie sich die Lage geopolitisch weiterentwickeln wird bleibt ungewiss. Hoffen wir, dass es weiterhin ruhig bleibt und die Sahelregion vor einem Krieg zwischen Amerika und Russland sowie zwischen Islamisten und christlichem Westen verschont bleibt! Ein Krieg, in dem es mehr um geopolitische und wirtschaftliche Interessen gehen und der auf dem Buckel einer unschuldigen Bevölkerung ausgetragen würde.
” Wir können Orte schaffen helfen, von denen der helle Schein der Hoffnung in die Dunkelheit der Erde fällt.” (Friedrich von Bodelschwing)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen.
Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im vergangenen Jahr wurden wir zwar von unseren rund 180 Spender/-innen wiederum grosszügig unterstützt. Insgesamt gingen jedoch Fr. 11‘400 weniger Spendengelder ein, da zwei ausserordentliche Spenden vom letzten Jahr in diesem Jahr weggefallen sind. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind Fr. 250 höher ausgefallen als im Jahr davor. Durch die massive Verteuerung von Baumaterialien, Diesel und Medikamenten nach dem Putsch im Juli, sind die Kosten für die Projekte je-doch deutlich gestiegen und wir mussten Rückstellungen von Fr. 12‘000 auflösen, um eine ausgeglichene Jahresrechnung präsentieren zu können. Etwas gemildert wurde die Preissteigerung durch die Schwäche des Euros, welcher fix an die Lan-deswährung fcfa gekoppelt ist.
Erfolgsrechnung 2023 im Vergleich (Details dazu siehe letzte Seite):
2023
2022
2021
Total Ertrag
Fr.
53’605.47
64’852.61
62’540.85
Total Aufwand
Fr.
-63‘906.56
-50‘790.30
-58‘833.86
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
12‘000.00
-12‘000.00
-3‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
1‘698.91
2‘062.31
706.99
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2021 betrug Ende 2023 insgesamt 75 Mitglieder und Gönner (- 3).
Realisierte Projekte 2023
Obwohl mein Besuch der Projekte vor Ort ein weiteres Mal ausfallen musste, stand ich per Internet, WhatsApp und Telefon im regen Kontakt mit unseren Verantwortlichen vor Ort. Vor allem seit dem Putsch, ist der regelmässige Austausch und Kontakt noch wichtiger geworden. Durch Fotos werde ich über den Stand der Projekte informiert. Aufgrund dessen, was ich gelesen, gehört und gesehen habe, bin ich sehr zufrieden. Unsere Leute vor Ort leisten nach wie vor sehr gute Arbeit und sind ihrerseits sehr bemüht, immer wieder gute und tragfähige Lösungen zu finden. Wir danken an dieser Stelle unseren motivierten Mitarbeitern vor Ort, die unser Vertrauen wirklich verdienen!
Brunnensanierungen (CHF 19’170)
Brunnen: TCHIN-FAGAGAN Bauzeit: Jan 2023 Kosten: 4‘100 CHF (2‘570‘000 F CFA)
Brunnen: EKNAWENE Bauzeit: April – Mai 2023 Kosten: 4‘900 CHF (3‘080‘000 F CFA)
Brunnen: TAJABENE Bauzeit: Nov – Dez 2023 Kosten: 5‘600 CHF (3‘730‘000 F CFA)
Grundschule TOUMBALAGA (CHF 3’650)
Auch 2023 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 45 Kinder. Das Lehrerehepaar erhält grosse Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist.
Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2023/2024 zugesagt. Wir wollen aber weiterhin nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen.
Frauenprojekte (CHF 160)
Frauenprojekte ADERBISSINAT und TCHIN AGAROUF PEUL
Die 10 Tuareg-Frauen in Aderbissinat produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt.
Die Peul-Frauen in Tchin-Agarouf Peul produzieren ebenfalls Bastmatten und Haushaltsgegenstände und betreiben eine kleine Boutique mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs für die umliegenden Nomaden. Der Verkauf lief bei allen 3 Kooperativen im 2023 leider noch schlechter als im 2022 (Covid), weil die Menschen seit dem Putsch noch ärmer geworden sind und ihr Geld hauptsächlich für Nahrungsmittel ausgeben. Deren Preise haben sich seit dem Sommer 2023 ungefähr verdoppelt: Kosteten 25kg Reis im letzten Jahr noch rund Fr. 35, sind es heute bereits Fr. 60. Bereits im Herbst 2023 wurde vor einer sich ausbreitenden Hungersnot gewarnt. Wir haben „unseren“ drei Frauen-Gruppen im Dezember daher je 2 Säcke Reis gespendet, um ihnen unserer Verbundenheit zu zeigen.
Mobiles Ambulatorium (CHF 17’150)
Auch 2023 waren wir im Mrz/April, im Juni/Juli und im Nov/Dez unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Wir sind immer noch das einzige, so geartete Gesundheitsprojekt in der Region, und es kommen vermehrt auch Nomaden aus weiter weg gelegenen Campements an unsere Standorte. Aus diesem Grund haben wir im 2023 unseren Radius auf drei neue Lagerplätze ausgedehnt und die Dauer unserer Eins-ätze von 4 auf 5 Wochen erhöht. Neben den gestiegenen Medikamentenpreise ist dies der Hauptgrund für die gegenüber 2022 gestiegenen Kosten.
Darmfistel-Operationen (CHF 16’730)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir auch im Jahr 2023 insgesamt 16 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar.
Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich inzwischen gut etabliert.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2022 zu geben. Auch nach 18 Jahren setzen wir uns – trotz der widrigen Umstände in den vergangenen 3 Jahren – mit viel Freude und grossem Engagement für unsere Projekte ein!
Die Projekte liefen wie gewohnt weiter, auch wenn wir sie im vergangenen Jahr wiederum nur aus der Ferne organisieren und koordinieren konnten. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Grenzraum zu Mali, Burkina Faso, Algerien und Nigeria – musste meine Projektreise auch im Jahr 2022 leider ausfallen. Neben den seit Jahren im Grenzraum tätigen islamistischen Gruppen, ist es vor allem auch zunehmendes Banditentum im Zusammenhang mit den Entdeckungen von Goldvorkommen in der Sahara, welche die Sicherheitslage immer unübersichtlicher werden lässt. Letztendlich ist es aus unserer Sicht besser, unsere Projekte aus der Ferne am Laufen zu halten, als Kopf und Kragen zu riskieren bei einem Besuch vor Ort. Durch immer besser werdenden Handyempfang und die Verbreitung von Smartphones hat sich zum Glück die Kommunikation und der Bilderaustausch zwischen den Verantwortlichen vor Ort und uns in den letzten Jahren deutlich vereinfacht.
Die Preise für Grundnahrungsmittel sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Die Dürre Ende 2021, die Klimakrise und die Konflikte in der Sahel-Region bedrohen schon seit längerem die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Seit März 2022 verschärften die Folgen des Ukraine-Krieges diese Situation zusätzlich, Treibstoff- und Nahrungsmittelpreise sind innert kürzester Zeit in die Höhe geschnellt. Schätzungen von swissaid zufolge waren bereits im Juli 2022 rund 4,4 Millionen Menschen im Niger akut von Hunger bedroht. Das waren bereits doppelt so viele wie noch im November 2021.
” Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen. “ (aus Mali)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im vergangenen Jahr wurden wir von unseren rund 190 Spender/-innen einmal mehr sehr grosszügig unterstützt. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind zwar leicht tiefer ausgefallen als im Jahr davor, aber von verschiedenen Privatpersonen und auch Firmen/Institutionenhaben wir namhafte Beträge erhalten. So konnten wir zusätzliche Rückstellungen von Fr. 12‘000 bilden.
Erfolgsrechnung 2022 im Vergleich (Details dazu siehe letzte Seite):
2022
2021
2020
Total Ertrag
Fr.
64’852.61
62’540.85
63’692.30
Total Aufwand
Fr.
-50‘790.30
-58‘833.86
-49‘703.42
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
-12‘000.00
-3‘000.00
-13‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
2‘062.31
706.99
988.88
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2022 betrug 76 Mitglieder und Gönner (-2).
Realisierte Projekte 2022
Obwohl mein Besuch der Projekte vor Ort auch im Jahr 2022 ausfallen musste, stand ich per WhatsUp und Telefon im regen Kontakt mit unseren Verantwortlichen vor Ort. Sie dokumentierten mich regelmässig mit Fotos über den Stand der Projekte. Aufgrund dessen, was ich gesehen habe, bin ich sehr zufrieden. Unsere Leute vor Ort haben auch im letzten Jahr gute Arbeit geleistet. Wir danken an dieser Stelle unseren motivierten Mitarbeitern, die unser Vertrauen wirklich verdienen!
Brunnensanierungen (CHF 17‘933.72)
Brunnen: RAZOZANE Bauzeit: an 2022 Kosten: 4‘290 CHF (2’570’0000 F CFA)
Brunnen: TABORAK Bauzeit: März 2022 Kosten: 4‘290 CHF (2‘570‘000 F CFA)
Brunnen: ERISS 2 Bauzeit: Juni 2022 Kosten: 4‘280 CHF (2‘570‘000 F CFA)
Auch 2022 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 45 Kinder. Das junge Lehrer-Ehepaar erhält grosse Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist.
Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2022/2023 zugesagt. Wir wollen wir aber nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen, solange wir nicht wieder regelmässig vor Ort sein können.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekt ADERBISSINAT (Bastmatten) Die 10 Frauen produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt. Der Verkauf lief auch im 2022 nicht so gut wie früher, weil wegen Covid19 und der allgemein schwierigen Wirtschaftslage weniger los war an den Markttagen. Der soziale Aspekt des Projekts war für die Frauen dafür umso wichtiger, damit sie sich gegenseitig unterstützen konnten.
Frauenprojekt TCHIN AGAROUF PEUL (Bastmatten + Boutique) In der seit vielen Jahren bestehenden Kooperative „Tchoumri“ sind über 20 Frauen aktiv. Sie stellen Bastmatten und Alltagsgegenstände wie Matten, Kalebassen etc. her, die sie auf den Märkten verkaufen. Die im 2020 gegründete 2. Gruppe „Wallérou“ betreibt eine Lebensmittel-Boutique; damit die Nomaden das Nötigste vor Ort kaufen und sich den 30km langen Weg nach Aderbissinat ersparen können.
Auch die Peul-Frauen haben die schwierige Wirtschaftslage zu spüren bekommen. Sie sind aber nach wie vor sehr engagiert bei ihrer Arbeit.
Mobiles Ambulatorium (CHF 14‘808.37)
Auch 2022 waren wir im März/April, im Juli/August und im Dezember während eines Monats unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Unsere Crew spürt, dass es den Menschen generell schlechter geht und sie sich (noch) schlechter ernähren können als sonst.
Da wir das einzige, so geartete Gesundheitsprojekt sind in der Region, kommen vermehrt auch Nomaden aus weiter weg gelegenen Campements an unsere Standorte. Natürlich versorgen wir alle, die den Weg zu unserem Ambulatorium finden. Auch die lokalen Behörden sind uns sehr dankbar für diese Intervention zugunsten der Bevölkerung, weil wir das einzige, derartige Projekt sind in der Region.
Darmfistel-Operationen (CHF 8‘326.80)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir insgesamt 15 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser innerlich verletzten, jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar.
Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich sehr gut etabliert.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2021 zu geben. Auch nach 17 Jahren sind wir – trotz der widrigen Umstände in den vergangenen 2 Jahren – mit viel Freude und grossem Engagement für unsere Projekte engagiert!
Die Projekte liefen im letzten Jahr wie gewohnt weiter, auch wenn wir sie nur aus der Ferne organisieren und koordinieren konnten. Aufgrund der weltweiten Covid-Einschränkungen – aber auch aufgrund der sehr angespannten Sicherheitslage im Grenzraum zu Mali und zu Nigeria – musste meine Projektreise auch im Jahr 2021 leider ausfallen. Doch letztendlich ist es besser, unsere Projekte aus der Ferne am Laufen zu halten, als Kopf und Kragen zu riskieren bei einem Besuch vor Ort. Zum Glück hat sich die Kommunikation und der Bilderaustausch zwischen den Verantwortlichen vor Ort und uns durch Handyempfang und Internet in den letzten Jahren deutlich verbessert.
In vielen Teilen Nigers hat es im letzten Sommer nur sehr knapp geregnet. In der Region TADERASS ist zwar Regen gefallen, doch war die Regenmenge lokal sehr unterschiedlich. Im Süden dagegen, wo der grösste Teil der Getreide angebaut wird, war der Regen im Juli so stark, dass es zu Überschwemmungen kam und die Ernten weggespült wurden. Zur schwierigen Sicherheitslage kamen im 2021 also noch gravierende Ernteausfälle hinzu. Als Folge davon sind die Lebensmittelpreise hoch wie nie und viele Menschen leiden Hunger. Laut der Schätzung von Swissaid vom Dezember 2021 sind 2,3 Mio Menschen im Niger von Hunger betroffen.
” Eine Idee, die entwickelt und in die Tat umgesetzt wird, ist wichtiger als eine Idee, die nur als Idee existiert. “ (Gautama Buddha)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im vergangenen Jahr wurden wir von unseren rund 200 Spender/-innen wiederum sehr grosszügig unterstützt. Aus dem Nachlass von Verena Zehnder-Oertig haben wir zudem einen namhaften Beitrag erhalten. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind leicht tiefer ausgefallen als im Jahr davor. Dennoch konnten wir zusätzliche Rückstellungen von Fr. 3‘000 schaffen.
Erfolgsrechnung 2021 im Vergleich (Details dazu siehe letzte Seite):
2021
2020
2019
Total Ertrag
Fr.
62’540.85
63’692.30
50’682.60
Total Aufwand
Fr.
-58‘833.86
-49‘703.42
-51‘964.22
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
-3‘000.00
-13‘000.00
2‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
706.99
988.88
718.38
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2021 betrug wie im letzten Jahr 78 Mitglieder und Gönner.
Realisierte Projekte 2021
Obwohl mein Besuch der Projekte vor Ort auch im Jahr 2021 ausfallen musste, stand ich per Internet, WhatsUp und Telefon im regen Kontakt mit unseren Verantwortlichen vor Ort. Sie dokumentierten mich auch regelmässig mit Fotos über den Stand der Projekte. Aufgrund dessen, was ich gesehen habe, bin ich sehr zufrieden. Unsere Leute vor Ort haben auch im letzten Jahr gute Arbeit geleistet. Wir danken an dieser Stelle unseren motivierten Mitarbeitern vor Ort, die unser Vertrauen wirklich verdienen!
Brunnensanierungen (CHF 14‘280)
Brunnen: TCHIN-MAHA Bauzeit: Feb 2021 Kosten: 4‘650 CHF (2’620’0000 F CFA)
Brunnen: TERISSATE Bauzeit: Mai – Juni 2021 Kosten: 5‘400 CHF (3‘010’000 F CFA)
Auch 2021 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 35 Kinder. Das junge Lehrer-Ehepaar erhält grosse Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist.
Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2021/2022 zugesagt. Wir wollen aber nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen, solange wir nicht wieder regelmässig vor Ort sein können.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekt ADERBISSINAT (Bastmatten) Die 10 Frauen produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt. Der Verkauf lief auch im 2021 nicht so gut wie früher, weil wegen Covid19 und der allgemein schwierigen Wirtschaftslage weniger los war an den Markttagen. Der soziale Aspekt des Projekts war für die Frauen dafür umso wichtiger, damit sie sich gegenseitig unterstützen konnten.
Frauenprojekt TCHIN AGAROUF PEUL (Bastmatten + Boutique) In der seit vielen Jahren bestehenden Kooperative „Tchoumri“ sind über 20 Frauen aktiv. Sie stellen Bastmatten und Alltagsgegenstände wie Matten, Kalebassen etc. her, die sie auf den Märkten verkaufen. Die im 2020 gegründete 2. Gruppe „Wallérou“ betreibt eine Lebensmittel-Boutique; damit die Nomaden das Nötigste vor Ort kaufen und sich den 30km langen Weg nach Aderbissinat ersparen können.
Auch die Peul-Frauen haben die schwierige Wirtschaftslage zu spüren bekommen. Sie sind aber nach wie vor sehr engagiert bei ihrer Arbeit.
Mobiles Ambulatorium (CHF 15‘700)
Auch 2021 waren wir im Feb/Mrz, im Juni/Juli und im Okt während eines Monats unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Unsere Crew spürte, dass es den Menschen generell schlechter geht und sie sich (noch) schlechter ernähren können als sonst. Da wir das einzige, so geartete Gesundheitsprojekt sind in der Region, kommen vermehrt auch Nomaden aus weiter weg gelegenen Campements an unsere Standorte. Natürlich versorgen wir alle, die den Weg zu unserem Ambulatorium finden. Wie im letzten Jahr nahm die Aufklärungsarbeit über Schutzmassnahmen vor dem Covid19-Virus ebenfalls einen grossen Stellenwert ein.
Darmfistel-Operationen (CHF 16‘160)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir auch im Jahr 2021 insgesamt 13 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar. Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich inzwischen gut etabliert.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Für das kommende Jahr geben wir wieder unseren beliebten Kalender zugunsten unserer Hilfsprojekte heraus. Die schönen Wüstenlandschaften des Tadrart in Süd-Algerien laden zum Träumen ein und lassen die Hektik des Alltags vergessen. Wir sind überzeugt, dass er Euch gefallen wird!
Format: 30 x 42 cm quer Verkaufspreis: Fr. 70.00, zuzüglich Versandkosten Fr. 7.00 (B-Post)
Mit dem vorliegenden Bericht geben wir Einblick in unsere Tätigkeiten im Niger vom vergangenen Jahr. Bereits seit 16 Jahren packen wir mit grossem Engagement an, um die Nomaden im Gebiet Taderass in ihrem harten Leben zu unterstützen! Die Kontinuität unserer Projekte aufrechtzuerhalten, war im vergangenen Corona-Jahr nicht ganz einfach. Hygienemassnahmen, wie sie bei uns inzwischen zur alltäglichen Routine gehören, sind in einem Umfeld, in dem sauberes Wasser eine Rarität darstellt und mehrere Personen zusammen in einem Nomadenzelt leben, nicht umsetzbar. Unter dem Virus und der eingeschränkten Mobilität hat auch die Binnen-Wirtschaft stark gelitten. Diese Situation der allgemeinen Unsicherheit, wurde und wird von islamistischen Gruppen, die in den Ländern rund um Niger aktiv sind, ausgenutzt und es kam in den vergangenen Monaten vermehrt zu Angriffen in grenznahen Dörfern. Das Gebiet TADERASS liegt zum Glück im Landesinneren und die Menschen sind bis heute von solchen Überfällen verschont geblieben. Dennoch ist eine grosse Verunsicherung und auch Verarmung spürbar. Durch unsere Projekte säen wir jedoch Hoffnung, was gerade in solchen Zeiten enorm wichtig für die Menschen ist.
Dass wir weiterhin in Ruhe arbeiten können, verdanken wir neben der geografischen Lage im Landesinnern vor allem den stabilen Beziehungen zu unseren Verantwortlichen vor Ort sowie deren guten Kontakten zu den lokalen Behörden. Die Projekte liefen daher im letzten Jahr zwar etwas auf Sparflamme, jedoch weiterhin erfreulich gut. Davon konnte ich mich anhand von regelmässigen Telefongesprächen und Fotos, die mich via WhatsUp erreichten, überzeugen.
» Eine Aufgabe, die auf einem Menschen lastet, ist sehr schwer. Aber verteilt auf viele Menschen ist sie federleicht. « (Sprichwort der Tuareg)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten meist auf digitalem Weg und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Im vergangenen Jahr wurden wir von unseren Spender/-innen sehr grosszügig unterstützt, was nicht zuletzt den Trauerspenden für Ruedi Wenk-Oertig und Verena Zehnder-Oertig zu verdanken ist. Auch die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind leicht höher ausgefallen als budgetiert. Dank der grosszügigen Spenden konnten wir zusätzliche Rückstellungen von Fr. 13‘000 schaffen.
Erfolgsrechnung 2020 im Vergleich (Details dazu siehe Seite 4):
2020
2019
2018
Total Ertrag
Fr.
63’692.30
50’682.60
70’083.00
Total Aufwand
Fr.
-49‘703.42
-51‘964.22
-55‘181.20
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
-13‘000.00
2‘000.00
-14‘000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
988.88
718.38
901.80
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2020 betrug 78 Mitglieder und Gönner (- 2).
Realisierte Projekte 2020
Brunnensanierungen (CHF 11‘780)
Brunnen: ELKASS Bauzeit: Jan – Feb Kosten: 2’400 CHF (1‘440’000 F CFA)
Nur Sanierung Wasserfassung und Stabilisierung der Abstützung Brunnenrand.
Brunnen: RISKOUA Bauzeit: April – Mai Kosten: 4‘270 CHF (2’600’000 F CFA)
Auch 2020 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 warme Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 35 Kinder. Der seit letztem Schuljahr neue Schuldirektor und seine Frau, die als Lehrerin amtet, sind sehr jung und deshalb nicht so kompetent wie ihre Vorgänger. Sie erhalten jedoch nach wie vor Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist. Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2020/2021 zugesagt. Nach wie vor wollen wir aber nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekt ADERBISSINAT (Bastmatten) Die 10 Frauen produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt. Der Verkauf lief im 2020 nicht so gut wie in früheren Jahren, weil wegen Covid19 allgemein weniger los war an den Markttagen. Gerade in diesem schwierigen Jahr war der soziale Aspekt des Projekts für die Frauen aber umso wichtiger, weil sie sich so gegenseitig unterstützen konnten.
Kosten: 90 CHF für Geschenke bei meinem Besuch im Januar 2020
Frauenprojekt TCHIN AGAROUF PEUL (Bastmatten) In der seit einigen Jahren aktiven Kooperative „Tchoumri“ sind über 20 Frauen aktiv. Sie stellen Bastmatten und Alltagsgegenstände wie Matten, Kalebassen etc. her, die sie auf den Märkten verkaufen.
Da wir seit Längerem Interessentinnen aus den umliegenden Lagern hatten, haben wir bei meinem Besuch im Januar 2020 eine 2. Gruppe „Wallérou“ gegründet und dieser einen Kredit von 100‘000 CFA für den Betrieb einer Lebensmittel-Boutique zugesprochen. Kosten: 300 CHF
Mobiles Ambulatorium (CHF 15‘040)
Auch 2020 waren wir im Feb/Mrz, im Juni/Juli und im Okt/Nov während eines Monats unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Im Okt/Nov hatte es sehr viele Nomaden aus dem Süden hier, die natürlich ebenfalls versorgt wurden. Wie jedes Jahr haben wir vor allem Verbrennungen, Hautausschläge, und saisonbedingt auch Atemwegserkrankungen und Malaria behandelt. Letztere wütete im vergangenen Herbst besonders schlimm, weil sich die Mücken wegen der starken Regenfälle gut vermehren konnten. Im letzten Jahr nahm zudem die Aufklärungsarbeit über Schutzmassnahmen vor dem Covid19-Virus einen grossen Stellenwert ein.
Darmfistel-Operationen (CHF 9‘530)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir auch im Jahr 2020 insgesamt 10 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar.
Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich inzwischen gut etabliert.
Projektreise / Projektkontrolle
Meine letzte Projektreise dauerte vom 27. Dezember 2019 bis 9. Januar 2020. Darüber habe ich im Tätigkeitsbericht 2019 ausführlich berichtet. Im 2020 war wegen der Covid19-Pandemier leider keine weitere Projektreise möglich. Und da auch keine anderen mir bekannten Tuareg aus der Schweiz nach Niger reisen konnten, gab es auch keine Möglichkeit, mir die Speicherkarte mit den Projektfotos zu überbringen. Ich musste die Projekte also durch regelmässige Telefongespräche organisieren und koordinieren, sowie letztere anhand der mir per WhatsUp zugeschickten Fotos überwachen. Zum Glück können wir von unserer langjährigen, guten Zusammenarbeit zehren und uns auf die grosse Erfahrung unserer Mitarbeiter vor Ort verlassen.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Es liegt ein weiteres, ereignisreiches Jahr hinter uns – bereits das 15. seit unserer Gründung! Mit dem vorliegenden Bericht geben wir Einblick in unsere Tätigkeiten im Niger, die wir nach wie vor mit viel Freude und grossem Engagement anpacken. Die Kontinuität unserer Projekte ist in der nach wie vor von Unsicherheit geprägten Zeit keine Selbstverständlichkeit. In den Ländern rund um Niger sind wieder vermehrt islamistische Gruppen aktiv. Sie sind auch für Überfälle auf grenznahe Dörfer und Regionen verantwortlich. Die Menschen im Gebiet TADERASS, welches im Landesinnere liegt, sind bis heute von solchen Überfällen verschont geblieben; dennoch ist auch hier eine grosse Verunsicherung spürbar. Durch unsere Projekte geben wir ihnen Hoffnung für die Zukunft.
Dass wir weiterhin in Ruhe arbeiten können, verdanken wir einerseits der geografischen Lage im Landesinnern, andererseits auch den stabilen Beziehungen zu unseren Verantwortlichen vor Ort sowie deren guten Kontakten zu den lokalen Behörden. Die Projekte liefen auch im letzten Jahr gut. Davon konnte ich mich auf meiner Projektreise Ende Dezember / Anfang Januar persönlich überzeugen.
2019 war für die Region Taderass ein regenreiches Jahr. Noch Ende Dezember hatte es ausserordentlich viel Gras und damit Futter für die Tiere. Es hatte denn auch sehr viele „fremde“ Nomaden im Gebiet, die aus regenarmen Gegenden im Süden einige 100km gegen Norden gewandert waren. Zu spüren bekamen wir dies vor allem beim mobilen Ambulatorium, in welchem wir im November deutlich mehr Menschen behandelten als üblich.
» Gott hat Länder voller Wasser geschaffen, damit der Mensch dort leben kann, und Wüsten, damit er dort seine Seele erkennt. « (Sprichwort der Tuareg)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Auch im 2019 wurden wir von unseren rund 190 Spender/-innen grosszügig unterstützt. Die Mitglieder- und Gönnerbeiträge sind leicht zurück gegangen. Die Spendeneinnahmen sind rund Fr. 16‘000 tiefer ausgefallen als im Vorjahr, als wir zwei a.o. Grossspenden verbuchen durften. Dank der Auflösung von Fr. 2‘000 aus den Rückstellungen präsentiert sich die Jahresrechnung jedoch trotzdem ausgeglichen.
Erfolgsrechnung 2019 im Vergleich (Details dazu siehe Zusatzblatt):
2019
2018
2017
Total Ertrag
Fr.
50’682.60
70’083.00
61’380.75
Total Aufwand
Fr.
-51‘964.22
-55‘181.20
-50’862.31
Bildung / Auflösung von Rückstellungen
Fr.
2‘000.00
-14‘000.00
-10’000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
718.38
901.80
518.44
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2019 betrug 80 Mitglieder und Gönner (+/- 0).
Realisierte Projekte 2019
Brunnensanierungen (CHF 14‘050)
Brunnen: AKAWAL N°4 Bauzeit: Jan – Feb 2019 Kosten: 4’530 CHF (2‘600’000 F CFA)
Brunnen: GROUANE Bauzeit: April – Mai 2019 Kosten: 5‘140 CHF (2’940’000 F CFA)
Brunnen: BOUMBANA
Bauzeit: Oktober 2019
Kosten: 4‘380 CHF
(2‘600’000 F CFA)
Grundschule TOUMBALAGA (CHF 3‘330)
Auch 2019 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 Mahlzeiten pro Tag. Ebenfalls übernahmen wir die Kosten für das Schulmaterial der rund 30 Kinder. Der seit diesem Schuljahr neue Schuldirektor und seine Frau, die als Lehrerin amtet, sind sehr jung und deshalb nicht so kompetent wie ihre Vorgänger. Sie erhalten jedoch Unterstützung durch den Dorfchef, dem seine Schule sehr wichtig ist. Wir haben unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen auch für das Schuljahr 2019/2020 zugesagt. Nach wie vor wollen wir aber nicht mehr Verantwortung für die Schule übernehmen.
Frauenprojekte (CHF 0)
Frauenprojekt ADERBISSINAT (Bastmatten) Die 10 Frauen produzierten das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt. Der Verkauf lief im 2019 sehr gut, so dass die Kasse gut gefüllt ist (132‘000 CFA). Einige Frauen haben sich gar Ziegen und Schafe kaufen können vom Erlös. Der soziale Aspekt des Projekts ist für die Frauen aber genauso wichtig, weil ihre Stellung innerhalb der Familie durch den eigenen Verdienst gestärkt wird.
Kosten: 0 CHF (Da ich erst Anfangs Jan 2020 dort war, werden die Ausgaben für Geschenke erst im 2020 verbucht werden.)
Frauenprojekt TCHIN AGAROUF PEUL (Bastmatten) In der Kooperative „Tchoumri“ sind inzwischen rund 35 Frauen aktiv, was sehr viele sind. Bei unserem Besuch im Januar 2018 haben wir die Unterstützung einer 2. Gruppe aus den umliegenden Lagern zugesagt unter der Bedingung, dass sie sich ebenfalls in einer Gruppe organisieren und eine verantwortliche Frau bestimmen, die wir kennen lernen können. Bei meinem Besuch im Januar 2020 haben wir nun diese 2. Gruppe „Wallérou“ gegründet und einen Kredit von 100‘000 CFA zugesprochen.
Kosten: 0 CHF (Da ich erst Anfangs Jan 2020 dort war, werden die Ausgaben für den Kredit und die Geschenke erst im 2020 verbucht werden.)
Mobiles Ambulatorium (CHF 15‘900)
Auch 2019 waren wir im Feb/Mrz, im Juni/Juli und im Nov/Dez während eines Monats unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Im Nov/Dez hatte es sehr viele Nomaden aus dem Süden hier, die natürlich ebenfalls versorgt wurden. Wie jedes Jahr haben wir vor allem Verbrennungen, Hautausschläge, und saisonbedingt auch Atemwegserkrankungen und Malaria behandelt. Die Aufklärungsarbeit rund um Geburt und Säuglingspflege sowie Empfängnisverhütung nimmt einen immer grösseren Stellenwert ein. Dazu gehört auch das Motivieren von jungen Erstgebärenden, für eine sichere Geburt in die lokalen Gesundheitszentren zu gehen, um sich dort von einer Hebamme helfen zu lassen.
Darmfistel-Operationen (CHF 10‘260)
Dank dem seit 2017 eingerichteten Spendenkonto für Fistel-Operationen konnten wir auch im Jahr 2019 insgesamt 11 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser im Innern verletzten, jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar. Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross. Die Zusammenarbeit zwischen Kamma und dem nigrischen Gynäkologen hat sich sehr gut bewährt.
Besonders freut uns: Die erste, dank TADERASS im 2017 operierte Frau hat im Herbst 2019 ein 2. Kind bekommen. Laut Kamma ist bei der Geburt alles gut gegangen und die Naht hat gehalten. Wahrlich freudige Nachrichten!
Rückblick auf meine Projektreise vom 27.12.2019 – 09.01.2020
Vom 27. Dezember 2019 bis 9. Januar 2020 war ich auf Projektreise im Niger. Kurz vor meiner Ankunft in der Hauptstadt Niamey gab es mehrere Anschläge von islamistischen Gruppen in der Grenzregion zu Mali, was mich dazu veranlasste, dieses Mal bei Transfers besonders vorsichtig zu sein. Der Inlandflug von Niamey in die Wüstenstadt Agadez im Norden verlief problemlos, und ich war auch nicht die einzige Europäerin auf dem Flug. Dies und die Tatsache, dass der Mann meiner Freundin Habsou (zufälligerweise?) auf demselben Flug war, war für mich doch etwas beruhigend.
Für den Landweg von Agadez nach Aderbissinat und zurück (2 x 160km) habe ich mich dann aber von einer Militäreskorte begleiten lassen – ganz nach dem Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht. In Aderbissinat wurde ich von «meiner» afrikanischen Familie sehr herzlich begrüsst, war es doch bereits 2 Jahre her, als ich das letzte Mal bei Ihnen weilte. In den 6 Tagen konnte ich fast alle Projekte, die wir in den vergangenen Jahren realisiert hatten, besuchen und mir ein eigenes Urteil vor Ort bilden. Mein Besuch bestätigte es: Unsere Vertrauensleute vor Ort haben in den vergangenen 2 Jahren gute Arbeit geleistet! Wir danken Ihnen an dieser Stelle für ihren unermüdlichen Einsatz!
Einen leider unschönen Zwischenfall gab es mit unserem langjährigen Koordinator vor Ort, Mohamed Bahani (Kouna) in Agadez. Da wir mit seiner Arbeit schon seit längerer Zeit unzufrieden waren (Betreuung der Schule von Aghlal in Garane von 2005 – 2017), haben wir ihn schon vor 3 Jahren faktisch „entmachtet“ und er hatte seither keine eigenen Projekte mehr, für die er verantwortlich war. Damit er sein Gesicht wahren konnte (was in Afrika sehr wichtig ist), haben wir ihn jedoch pro forma in seiner Position als Koordinator vor Ort belassen. Leider konnte er sich mit seiner neuen Rolle nicht abfinden und er hat uns vermehrt Steine in den Weg gelegt. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat nun aber sein Verhalten während meines Besuchs in Agadez Ende Dezember. Um zu verhindern, dass ich unsere Projekte in der Region Taderass besuchen und kontrollieren gehe, hat er mich am Tag nach meiner Ankunft aufs Commissariat von Agadez bestellen lassen, wohl in der Hoffnung, dass mir dieses die Weiterreise nach Aderbissinat aus Sicherheitsgründen verbieten würde. Doch glücklicherweise hat der „Chef du Commissariat“, welcher zusammen mit der Garde National für die Sicherheit in der Region Agadez verantwortlich ist, schnell gemerkt, welches Spiel hier gespielt wird. Zufrieden damit, dass meine Papiere (Visum) in Ordnung sind und wir bereits eine Militär-Eskorte zu meiner Sicherheit organisiert hatten, durften wir unter seinem persönlichen Schutz und mit einer Empfehlung zuhanden der Offiziellen in Aderbissinat die Stadt Agadez in Richtung Aderbissinat verlassen. Meine weitere Projektreise verlief nach diesem Vorfall programmgemäss und ohne jegliche Probleme. Auch in der Brousse um Aderbissinat konnte ich mich frei bewegen und unsere Projekte besuchen. Sowohl der Militär-Chef in Aderbissinat und die Nomadenchefs bestätigten mir, dass es keine Sicherheitsprobleme gäbe in der Region.
Das Erlebnis mit Kouna, der offen kundgetan hat, dass er keine Verantwortung mehr für mich (und damit auch für unsere Projekte) übernehmen will, hat den Vorstand veranlasst, ihn per Ende 2019 aus unseren Diensten zu entlassen. Wir haben den Vertrag, welcher bisher alljährlich verlängert wurde, fürs 2020 nicht mehr erneuert. Dieser Schritt ist uns alles andere als leicht gefallen, weil uns Kouna gerade in der Anfangszeit mit seinen vielen Kontakten eine grosse Hilfe war. Doch manchmal muss man – immer das Ziel vor Augen – eben auch unattraktive Entscheide fällen.
Dank der Tatsache, dass wir seit 10 Jahren die Verantwortung für unsere Projekte auf verschiedene Schultern verteilt haben, erweist sich jetzt als grosser Vorteil: Kouna wird keine Lücke hinterlassen und die beiden anderen Verantwortlichen vor Ort, führen Ihre Arbeit eigenverantwortlich weiter, wie bisher.
Dakso
Hamidan: Brunnenbaustellen, Frauen-Kooperativen, Schule Toumbalaga
Dass unsere Arbeit auch von offizieller Seite geschätzt wird, durfte ich auf meiner Projektreise erfahren: Der Bürgermeister von Aderbissinat hat mich zu sich bestellt, um mir eine offizielle Urkunde „Témoignage officiel de satisfaction“ für unsere vielfältigen Interventionen zugunsten der Region Aderbissinat zu überreichen.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Wir freuen uns, mit dem vorliegenden Bericht einen Überblick über unsere Tätigkeiten im Jahr 2018 zu geben. Auch nach 14 Jahren sind wir mit viel Freude und grossem Engagement für unsere Projekte engagiert. Auf das Erreichte dürfen wir alle stolz sein!
Im Gegensatz zu unserem sehr trockenen Sommer, hat es im letzten Jahr in vielen Teilen Nigers überdurchschnittlich viel geregnet. Auch in der Region TADERASS war das Gras nach dem üppigen Regen gut gewachsen. Die nach der Regenzeit zurück gekehrten Nomaden freuten sich über das ausgiebig vorgefundene Futter für ihre Tiere an den Winterplätzen.
Die Projekte liefen im letzten Jahr allesamt gut. Besonders gefreut hat uns, dass wir dank dem seit 2017 eingerichteten Nothilfefond für Fisteloperationen und der sehr guten Zusammenarbeit mit einem spezialisierten einheimischen Gynäkologen auch im 2018 insgesamt 12 betroffenen Frauen helfen und diese lebensverändernde Operation organisieren und bezahlen konnten. Sie alle haben ein neues, schöneres Leben geschenkt bekommen und sind unendlich dankbar dafür! Das Wissen um das unsägliche Leiden dieser jungen Frauen, denen mit einer Operation und den notwendigen finanziellen Mitteln geholfen werden kann, veranlasst uns, auch im Jahr 2019 wieder einige Operationen ins Budget aufzunehmen. – Einzahlungen für Fisteloperationen sind stets willkommen und können auf das TADERASS-Konto getätigt werden, mit dem Vermerk «Spende für Fisteloperationen».
” Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.”
(Sprichwort aus Uganda)
Vorstand und Revisionsstelle
Die Zusammenkünfte im Vorstand erfolgten spontan und in Abhängigkeit von konkret anfallenden Fragen. Vorstand und Revisionsstelle setzten sich im vergangenen Jahr aus folgenden Personen zusammen:
Auch im 2018 wurden wir von unseren rund 200 Spender/-innen grosszügig unterstützt. Die Mitglieder-und Gönnerbeiträge sind leicht gestiegen; dank eines Legats von Fr. 10‘000 waren auch die Spendeneinnahmen rund Fr. 8’500 höher als im 2017. Die Jahresrechnung präsentiert sich daher sehr erfreulich und wir konnten zusätzliche Reserven bilden.
Erfolgsrechnung 2018 im Vergleich (Details dazu siehe letzte Seite):
2018
2017
2016
Total Ertrag
Fr.
70’083.00
61’380.75
72’788.41
Total Aufwand
Fr.
-55‘181.20
-50’862.31
-59’029.47
Bildung von Rückstellungen für Projekte
Fr.
-14‘000.00
-10’000.00
-13’000.00
Gewinn per 31.12.
Fr.
901.80
518.44
758.94
Mitglieder
Der Mitgliederbestand per 31.12.2018 betrug 80 Mitglieder und Gönner (+4).
Realisierte Projekte 2018
Nach vielen Jahren habe ich mich aus privaten Gründen dazu entschieden, den Jahreswechsel wieder einmal nicht im Niger sondern Zuhause zu verbringen. Im Niger laufen die Projekte gut, die Kommunikation verläuft dank Handy, WhatsUp und Internet um vieles einfacher als früher und ein Memorystick mit aktuellen Fotos der Projekte 2018 erreichte mich Anfangs November durch einen bekannten Tuareg, der auf Heimatbesuch war. So war es auch nicht zwingend notwendig, selber vor Ort zu sein. Die Fotos bestätigen es: Unsere Leute vor Ort haben auch im letzten Jahr gute Arbeit geleistet. Wir danken an dieser Stelle unseren motivierten Mitarbeitern vor Ort, die unser Vertrauen voll und ganz verdienen!
Brunnensanierungen (CHF 16’965)
Brunnen: ERISS
Bauzeit: Februar 2018
Kosten: 4’150 CHF (2’300’0000 F CFA)
Brunnen: EMOUD
Bauzeit: April – Mai 2018
Kosten: 4’190 CHF (2’300’000 F CFA)
Brunnen: TCHIDENENE
Bauzeit: August 2018
Kosten: 4‘130 CHF (2‘300’000 F CFA)
Brunnen: DIYAWA
Bauzeit: Okt – Nov 2018
Kosten: 4’330 CHF (2’460’000 F CFA)
Grundschule TOUMBALAGA (CHF 3’300)
Auch 2018 unterstützten wir die Grundschule von TOUMBALAGA mit Nahrungsmitteln für 2 Mahlzeiten pro Tag und wir bezahlten das Schulmaterial für die rund 30 Kinder. Der bisherige, sehr motivierte Schuldirektor wurde auf Ende Schuljahr 2017/18 leider wegbeordert. Zusätzlich zum neuen Schuldirektor hat die Schule aber eine Lehrerin zugeteilt bekommen; ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Schule im Wachsen begriffen ist. Via unsere Vertrauensleute vor Ort haben wir dem Dorfchef unsere Unterstützung im bisherigen Rahmen weiterhin zugesagt. Nach wie vor wollen wir aber nicht die volle Verantwortung für die Schule übernehmen.
Frauenprojekte (CHF 245)
Frauenprojekt ADERBISSINAT (Bastmatten) Das Frauenprojekt in Aderbissinat läuft wie eh und je sehr erfolgreich. Die 10 Frauen produzieren das ganze Jahr über Matten für den Verkauf auf dem lokalen Markt. Die Frauen sind uns nach wie vor sehr dankbar für die Verdienstmöglichkeit, die ihnen das Mattenprojekt seit 14 Jahren bietet.
Neben dem finanziellen Aspekt ist auch die soziale Bedeutung für die Frauen wichtig, weil ihre Stellung innerhalb der Familie dank des Verdienstes gestärkt wird.
Kosten: 115 CHF für „Geschenke“ an die Frauen und Aufstockung der Kasse
Frauenprojekt TCHIN AGAROUF PEUL (Boutique + Bastmatten) In der Kooperative sind inzwischen über 25 Frauen aktiv, und weitere Interessentinnen aus nahegelegenen Camps würden gerne mitmachen. Bei unserem Besuch im Januar 2018 haben wir den Frauen eine Erhöhung unserer Unterstützung zugesagt unter der Bedingung, dass sich die Neuinteressentinnen ebenfalls in einer Gruppe organisieren und wir diese kennen lernen können. Da ich bisher noch nicht wieder vor Ort war, müssen sich die Frauen aber noch etwas gedulden.
Kosten: 130 CHF für „Geschenke“ an die Frauen und Aufstockung der Kasse
Mobiles Ambulatorium (CHF 13’660)
Auch 2018 waren wir im Februar, im Juni/Juli und im November unterwegs „en brousse“ und haben die Nomaden medizinisch versorgt. Neben Verbrennungen und Ausschlägen bei Kindern, Hautausschlägen und Blutarmut bei Schwangeren sind saisonbedingt auch Atemwegserkrankungen und Malaria sehr häufig. Auch die Aufklärungsarbeit in Gesundheits- und Hygienefragen sowie rund um Geburt und Säuglingspflege nimmt einen grossen Stellenwert ein. Dazu gehört auch die Empfängnisverhütung und das Motivieren vor allem der sehr jungen Frauen, für eine sichere Geburt in die Gesundheitszentren zu gehen.
Darmfistel-Operationen (CHF 11‘826)
Dank dem nach der Mitgliederversammlung errichteten Nothilfefond und unserer finanziellen Reserven konnten wir auch im Jahr 2018 insgesamt 12 Frauen in Agadez operieren lassen. Die Qualen dieser meist jungen Frauen „en brousse“, ohne jegliche gesundheitliche Versorgung, sind für uns unvorstellbar. Durch die von uns ermöglichte Operation schenken wir diesen Frauen ein neues, würdevolles Leben – ihre Dankbarkeit ist enorm gross.
Inzwischen hat sich die Zusammenarbeit mit dem nigrischen Gynäkologen gut eingespielt und er informiert uns jeweils rechtzeitig, wenn er wieder einen Arbeitsaufenthalt in Agadez plant.
Dank
All unseren Spender/-innen und Gönner/-innen danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ohne sie wäre unser Engagement zugunsten der Menschen in Niger nicht möglich!
Jona, 23. Februar 2019 / Patricia Wenk, Präsidentin
Auch für das kommende Jahr geben wir unseren beliebten Kalender zugunsten unserer Hilfsprojekte heraus. Die schönen Wüstenlandschaften des Essendilène in Süd-Algerien laden zum Träumen ein und lassen die Hektik des Alltags vergessen. Wir sind überzeugt, dass er Euch gefallen wird!
Format: 30 x 42 cm quer Verkaufspreis: Fr. 70.00, zuzüglich Versandkosten Fr. 7.00 (B-Post)